Annik und die Zählpixel

Als Printjournalistin bin ich schon seit vielen Jahren bei der VG Wort. Die VG Wort vertritt uns brave Urheber von Texten und lässt uns jedes Jahr einen Scheck zukommen. Nach der so genannten “Ausschüttung” (ist das nicht eine schöne Vorstellung?”) Lange Zeit war das bei mir nur ein mickriger Betrag von 30 Euro oder so. Durch die Arbeit bei Radiostationen (große Reichweite und so), und durch mein kleines Podcastbüchlein ist der Beitrag mittlerweile gestiegen und ich bin happy darüber. Was man dafür tun muss? Man muss melden, was man so treibt. Bei welchen Zeitungen man Artikel veröffentlicht. Wann wie viele Minuten im Radio zu hören waren. Man muss sich das also schon erarbeiten. Seit geraumer Zeit gibt es nun auch die Möglichkeit, mit Online-Texten Geld zu verdienen. Eigentlich eine tolle Sache – aaaaaber: umständlich! Zunächst mal: Der Text muss gut eine DinA4-Seite lang sein. Welcher Internet-Text bzw. Blog-Eintrag ist das schon. Wenn er es aber ist (wie bei mir zum Beispiel die Slow German-Beiträge), dann muss man vor jeden einzelnen Artikel ein so genanntes Zählpixel einbauen. Das ist ein winziges, unsichtbares Bildchen. Die VG Wort kann dann mitzählen, wie oft der Artikel aufgerufen wurde. Ob schon mitgezählt wird, kann man dann online nachsehen. Soweit, so gut. Aber: Wenn die Mindestzahl an Abrufen erreicht ist, kriegt man nicht etwa automatisch Geld. Nein. Dann muss man bei der VG Wort melden, dass man jetzt bitte Geld haben möchte. Was das bedeutet? Ich muss auf der sperrigen VG Wort-Seite jedes einzelne Pixel mit 2 ellenlangen Zahlen- und Buchstabenkombinationen abrufen, sehen, ob es die Mindestzahl an Abrufen erreicht hat oder nicht, und dieses dann melden. Könnte man sich nicht einloggen und eine Tabelle bekommen? Oder könnte man das nicht komplett automatisieren? Ist mir ehrlich gesagt unbegreiflich. Allein die Erklärungen auf der VG-Wort Seite sind Bürokratie hoch hundert. Noch komplizierter hätte man das Verfahren nicht machen können. Wie wäre es mit einem einfachen WordPress-Plugin oder ähnlichem? Versucht die VG Wort einfach, uns Autoren abzuschrecken durch all den Aufwand, damit wir keine Lust haben, unsere Texte zu melden? Ich mache das Ganze jetzt trotzdem, mal sehen, ob ich jemals die goldene Grenze überschreite…

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