Archiv der Kategorie "Buchtipp"

Warum nicht erstmal bloggen?

12.000 Aufrufe der Seite an dem Tag, an dem ich sagte, ich höre auf. 29 Kommentare, von ganz, ganz lieben Menschen – einige von Euch habe ich schon lange vermisst. Zwei Päckchen in der Packstation, über die ich mich sehr gefreut habe. Und dann das Schlimmste: Tausend Themenideen. Und die Erkenntnis: Ich kann das jetzt nirgends mehr loswerden! Facebook? Auf keinen Fall. Twitter? zu kurz. Podcast? Gibt’s nicht mehr. HILFE!

Heute, einige Tage nach dem Schock, die Erkenntnis: Ich hab da doch dieses Blog. Dieses “Schlaflos in München”. Da könnte ich ja hin und wieder was reinschreiben, oder? Geht schneller als sprechen. Wirklich. Und wenn Ihr Lust habt, hier mitzumachen, und hin und wieder in die Kommentare schreibt, dann können wir mal sehen, ob was daraus wird…

Zwei Dinge beschäftigen mich heute: Zum einen habe ich für einen Job begonnen, gute Frauenblogs zu suchen. Und ich war erstaunt, dass es keine gibt. Oder anders gesagt: Dass es sicher welche gibt, aber dass ich sie nicht finde. Die, die ich fand, setzen sich vor allem mit Kindererziehung, Kochen und Wohnungseinrichtung auseinander. Andere waren vom Aussehen her in den 90ern stehengeblieben. Wieder andere hatten einfach so gar keine Reichweite. Was läuft da falsch? Oder auch das wieder anders gesagt: Wieso verstecken sich Blogs so hervorragend im Internet? Falls Ihr also gute Frauenblogs (und auch Männerblogs) kennt: Ab in die Kommentarfunktion damit.

Das andere, was mich beschäftigt, ist ein Schundroman. Er heißt “The Life List” (hier ist der Amazon-Link, der mich reich macht). In diesem Buch geht es um eine Frau, die ihre Mutter verliert. Die Mutter wiederum hat eine Liste aufgehoben, die die Tochter mit 14 geschrieben hatte. Darauf: Ihre Ziele für ihr Leben. Und die Frau Mama verlangt, dass Töchterchen diese Liste erst abhakt, bevor sie ihr Erbe bekommt. Auf der Liste stehen so Dinge wie “sich verlieben”, “Pferd kaufen”, “Hund anschaffen” und so. Ich verschlinge das Buch gerade, weil es sich so schön einfach liest und natürlich kommen auch Männer drin vor und so – Ihr kennt das ja. Aber auf der anderen Seite überlege ich: Welche Dinge standen vor nunmehr 24 Jahren auf meiner Lebensliste – und habe ich sie abgehakt?

Gut, wahrscheinlich stand da “heirate Morten Harket” und “lerne norwegisch” und so… Aber dennoch: Bleiben wir unseren Zielen treu? Oder verraten wir manche von ihnen aus Bequemlichkeit? Im Buch wird der Satz von Eleanor Roosevelt erwähnt: Mache jeden Tag etwas, vor dem Du Angst hast. Ein sehr schlauer Satz. Denn wie schön ist es, den einfachen Weg im Leben zu gehen? Ohne Hindernisse? Im Jogginganzug daheim sitzen zu bleiben anstatt das Risiko einzugehen, sich zu blamieren oder einen Fehler zu machen? Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, den Weg der Angst zu gehen. Nicht jeden Tag, aber wenn sich die Gelegenheit bietet. Denn das sind die Momente, an die ich später zurückdenken werde.

So, das klingt jetzt zu heroisch. Also muss ich fairerweise hinterherschieben: Ich drücke mich noch ganz schön oft vor Dingen, die mir Angst machen. Aber vielleicht sollten wir alle eine neue “Life List” schreiben – und sehen, wie schnell wir sie abhaken können… Was stünde auf Eurer drauf?

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Das WordPress-Buch!

"Das WordPress Buch" von Mo SauerIch habe Euch ja schon gesagt, dass ich ein Buch schreibe. Geschrieben habe (gestern abgegeben). Jedenfalls habe ich mir im Zuge dessen die Reihe genauer angesehen, in der das Buch erscheinen soll. Und habe mir 3 Bücher vom Verlag schicken lassen – und eines selber gekauft. Das selber gekaufte ist das gerade erst erschienene WordPress-Buch von Moritz “mo” Sauer.

Ich arbeite seit Jahren mit WordPress, habe derzeit fast ein Dutzend verschiedene WordPress-Installationen laufen und habe mich durch mühsames Learning by Doing durchgekämpft. Über die Jahre wurde das System immer mehr vereinfacht, und heute kann es wirklich jeder Depp bedienen. Sorry. Ist aber so. Es gibt ja WordPress auch vorinstalliert bei Anbietern wie Strato und so weiter.

Das Tolle an dem System ist ja, dass es völlig frei konfigurierbar ist. Ich kann also sowohl das Aussehen als auch die Funktionalität genau so einrichten, wie ich es gerne hätte. Und wie ich es mit meinen Kenntnissen hinbekomme.

Das Meiste geht mittlerweile auch ohne HTML-Kenntnisse, auch wenn die nie schaden können. Jetzt aber zum Buch: Ich finde es für Anfänger perfekt. Auf der linken Seite ist immer ein Screenshot abgebildet mit den einzelnen Schritten, auf der rechten wird erklärt, wie man zum Beispiel ein Foto einbaut oder Kategorien anlegt. Schritt für Schritt. Auch sehr gut (im Sinne von leicht verständlich) geschrieben. Alle wichtigen Punkte werden angesprochen, und das Buch ist so aufgebaut, dass es auch ein gutes Nachschlagewerk ist – also kann ich gezielt die Punkte anlesen, die mir gerade Probleme bereiten.

Für mich als langjährigen WordPress-Benutzer hat es wenig Neues gebracht – ich habe mir 5 Seiten markiert, 4 davon mit Plugin-Vorstellungen (die ich dann aber entweder doch schon kannte oder nicht brauche) und eine mit dem Hinweis, dass ich für verschiedene Seiten verschiedene Templates nutzen kann. Wusste ich nicht. Brauche ich aber leider derzeit auch nicht.

Also Fazit: Für Anfänger das perfekte WordPress-Buch. Bravo, “mo”.

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Für immer Juli!

Foto: ZeegaroEs ist so eine Sache, wenn Bekannte Bücher schreiben. Erst ist da so ein komischer Stolz: Ha, den kenn ich, der da auf dem Einband steht. Dann kommt natürlich der Neid dazu: Ich hätte auch gern ein Buch geschrieben, und DER hat jetzt eins. Pah. Und als Drittes kommt die Neugier. Die Neugier auf das Buch an sich. Also beginnt man zu lesen. Und während des Lesens kann man nicht anders als sich ständig zu fragen: Was davon ist fiktiv, was nicht? Man sieht Parallelen, vielleicht auch dort wo gar keine sind.
Warum ich das jetzt erzähle? Weil Bernhard Blöchl ein Buch geschrieben hat. Einen Roman. Bernhard war mal mein Kollege, wir sind der gleiche Jahrgang (1976, yeah!) und ich fand ihn immer nett. Ich glaube, das darf ich jetzt sagen, ich glaube, Bernhard gehört zu den Männern, die “nett” nicht als Schimpfwort sehen. Oder? Nun gut. Viel weiß ich nicht über ihn. Seine Frau kenne ich ein wenig besser. Und seine Katze. Aber das tut nichts zur Sache…
coverBernhard hat also das Buch “Für immer Juli” geschrieben, und ich habe es dieses Wochenende zu Ende gelesen. Es geht um einen Mann namens Julian, kurz Juli. Dieser Juli ist ein Softie. Ein Frauenversteher, Warmduscher – wie man es auch immer nennen möchte. Und als Juli von seiner Emma für einen Macho verlassen wird, beschließt er, jetzt auch zum Arschloch zu mutieren. Weil wir Frauen das doch wollen. Was noch? Ach ja: Juli ist Journalist, arbeitet bei einer Musikzeitschrift. Daher einige Song-Anleihen, erinnert ein wenig an High Fidelity.
Mein Fazit? Ich habe es gerne gelesen. Ich habe mich am Anfang etwas schwer getan, reinzukommen. Weil ich es überladen fand, stilistisch. Vor allem die Figur “Slash”, der beste Kumpel von Juli, hat mir nicht gefallen. Zu künstlich, zu “geschrieben”. Sorry, Bernhard. Aber der verschwindet ja dann zum Glück – und schon fand ich es wunderbar.
Allerdings hat sich mir immer mehr der Eindruck aufgedrängt, dass ich nicht die Zielgruppe bin. Es ist ein Männerroman. Oder? Denn ich habe plötzlich gemerkt, dass ich mich mit der Figur Nadeschda (mehr verrate ich jetzt nicht) verbünde und gar nicht okay finde, wie mit ihr umgegangen wird. Ich habe mich innerlich entrüstet, dass die “Arschlochnummer” dann wirklich bei uns Frauen funktionieren soll. Das Ende der Geschichte – das ich hier natürlich nicht verrate – hat mich wieder versöhnt. Einigermaßen. Was bleibt ist ein schöner Nachgeschmack. Ich bereue nichts. Ich habe es gern gelesen. Und ich wünsche mir, dass Ihr es auch lest und Bernhard in die Bestsellerlisten katapultiert – da gehört er mehr hin als ein Tommy Jaud. Und dann treffen wir uns hier wieder und diskutieren hier über das Buch und über das Frauenbild und das Männerbild und überhaupt. Einverstanden? Es bleibt ein: Bravo, Bernhard.

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