Über SiM & Annik

Vorneweg kurz ein Hinweis auf zwei weitere Seiten zu diesem Thema: Hier könnt Ihr sehen, was die Presse bislang über mich berichtet hat. Und meine aktuellen Termine (Workshops, Vorträge) findet Ihr hier. Und die häufigen Fragen, also die FAQ, habe ich ebenfalls brav beantwortet, und zwar hier.

Annik fotografiert von sebastianwidmann.deSo, Ihr Lieben, Ihr seid also neugierig? Na gut. Dann gibt’s jetzt also die ganze Wahrheit.

Ich wurde am 17.6.1976 in Konstanz am schönen Bodensee geboren, bin aber bei München aufgewachsen. Berufsziele? Das Übliche: Clown, Hubschrauberpilotin, Kamerafrau.

Mit 13 dann wollte ich Journalistin werden, und weil ich schon immer eine “Radioratte” war, wollte ich zum Radio. Also fing ich mit 16 nach der Schule, am Wochenende und in den Ferien an, bei einem Münchner Privatsender zu arbeiten. “Studioregie” nannte sich das, eigentlich war es aber einfach Telefondienst im Sendestudio.

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Nach dem Abitur (2,4 – puh) fing ich an zu studieren, machte aber nebenher ein paar Praktika. Erst in der Nachrichtenredaktion des Radiosenders den ich ohnehin schon kannte, dann bei einem kleinen Fernsehsender. Ich entschied mich letztlich dafür, in den Printjournalismus zu gehen – weil man dort schlichtweg mehr Platz für Geschichten hatte. Beste Lehrstube ohne Zweifel: Eine Lokalredaktion. Viele Jahre düste ich also als rasende Reporterin durch die Lande, arbeitete für verschiedene Tageszeitungen und landete dann bei einem Stadtmagazin als Filmredakteurin. Blut geleckt, keine Frage. Also ging es im Film- und Fernsehbereich weiter.Ach ja, und das Studium (Amerikanische Kulturgeschichte, Politik, Völkerkunde) habe ich auch abgeschlossen. Neun Jahre lang war ich Freiberuflerin, und das nicht aus der Not heraus, sondern aus Leidenschaft. Dann wurde mir eine Redakteursstelle angeboten, und sowas lehnt man natürlich nicht ab. Filmredakteurin bei einer Fernsehzeitschrift. Interviews mit Angelina Jolie und Matt Damon und so. Schöner Job, allerdings mit Einschränkungen. Und letztlich wurde meine Probezeit dort nicht verlängert. Also saß ich im März 2005 demoralisiert aber voller kreativer Energie zu Hause und versuchte, meine Freiberufler-Kontakte zu reaktivieren. Beim Radio nahm man mich nach drei Probetagen und drei Vorstellungsgesprächen leider nicht – meine Stimme sei “unfertig”, so die Begründung.

Tiger Ganz nebenher entdeckte ich das Podcasting für mich. Ich hörte Adam Curry und war gespannt darauf, die Technik auszuprobieren. Bis nachts um vier Uhr tüftelte ich, bis alles funktionierte – die erste Folge SiM war geboren. Tja, und plötzlich wart da Ihr, liebe Hörer. Ihr habt mich unterstützt und mir liebe Mails geschrieben. Also machte ich weiter. Erst sieben Folgen pro Woche, dann fünf. Und weil ich nur mit guter Laune ans Mikro wollte, produzierte ich die fünf Folgen am Wochenende vor. Kater Tiger war meistens mit dabei – und oft genug schnurrend oder polternd zu hören.
Das erste SetupAm Anfang war das Setup noch ziemlich chaotisch, aber langsam habe ich dann aufgerüstet. Klar gab es Höhen und Tiefen, aber das ist normal bei einer kreativen Kolumne wie SiM. Spaß machte es nicht immer, vor allem musste ich erst lernen, mit Trollen und Internet-Bashing umzugehen. So ganz kann ich das immer noch nicht – aber ich arbeite daran! Nach 400 Folgen war das tägliche Kurzformat für meinen Geschmack ausgereizt und machte mir nicht mehr den Spaß, den es als unbezahltes Hobby machen sollte. Unbezahlt – ja! Werbung ist lediglich das Audible-Plakat in der rechten oberen Ecke, und das auch nur, weil ich wirklich total dahinterstehe und selber ein großer Hörbuch-Fan bin. Durch das nette Banner bekommt Ihr vielleicht hin und wieder eine Hör-Anregung. Ansonsten hab ich Amazon-Links auf der Seite und die Werbung steht in der linken Spalte.

Wie es weiterging? Wie im Traum! Im Herbst 2005 rief der Bayerische Rundfunk bei mir an und in wunderbar kreativen Brainstorming-Gesprächen tüftelten wir die PodParade aus, einen wöchentlichen kurzen Beitrag in dem ich Podcasts vorgestellt habe. Dieser Beitrag lief zwei Mal pro Woche im Radio und war natürlich auch als Podcast erhältlich. Dann wurde die Sendung “Netradio” leider eingestellt – und mit ihr die PodParade.

Dazu entstand aus dem “Musikmontag”, einer von mir erdachten Musikkolumne bei SiM, ein eigener Podcast: Da einige Hörer sich beschwert hatten, weil sie keine Musik in SiM hören wollten, war die Abkopplung der richtige Schritt. Warner Music finanzierte diesen Podcast und übernahm vor allem auch die GEMA-Gebühren, daher konnte ich im “Trackcast” jeden Freitag aber auch nur Warner-Musik spielen. Dennoch: Ansonsten waren meine Hände dort nicht gebunden, inhaltlich wurde mir kein einziges Mal dreingeredet. Hat Spaß gemacht.

Zur IFA 2005 arbeitete ich auch zum ersten Mal mit Audible zusammen, dem Hörbuch-Downloadportal. Hier entstand die Idee, einen monatlichen Newsletter zu erstellen, in dem neue Hörbücher vorgestellt werden. Was lag da näher, als diesen Newsletter hörbar zu machen – also als Hörletter? Diesen Hörletter machte ich jeden Monat für Audible, ein arbeitsaufwendiges Projekt, das aber eine Menge Spaß machte. Im Sommer 2009 wurde der Audible-Hörletter eingestellt – leider.

Im Jahr 2007 kamen dann Aufträge für den SWR dazu, genauer gesagt SWR2. Für die Herren in Baden-Baden mache ich Programmtipps, Internettipps und auch ein Podcasting-Tutorial habe ich schon erstellt. Unter uns: Meine Lieblingsauftraggeber.

Durch diese Möglichkeiten kann ich vom Podcasting leben. Ich sehe Podcasting aber gar nicht weit entfernt von meinem bisherigen Berufsalltag, außer dass ich meine recherchierten oder erdachten Inhalte nun nicht mehr niederschreibe, sondern sie ins Mikrofon spreche. Meine unbezahlten Podcasts waren ab dem 21.3.2005 Schlaflos in München und von September 2005 an für ein Jahr auch “Filme und so” mit Timo Hetzel zusammen. Das wöchentlich halbstündige Format haben wir zusammen entwickelt, allerdings gingen unsere Meinungen nach einem Jahr immer weiter auseinander – also habe ich mich zurückgezogen, damit Timo Fus alleine weitermachen kann. Ein Ausflug ins Videofach hatten wir mit Fus auch unternommen – so richtig meins war das aber nie. Mich reizt das Audio-Podcasting einfach zu sehr. Im Juni 2007 habe ich den Slow German-Podcast für Deutschlernende ins Leben gerufen, der super Downloadzahlen hat, was mich sehr freut.

Anniks BuchAnfang 2006 hatte ich dann die Idee, eine Mail an den O’Reilly-Verlag zu schreiben. Ich dachte mir: Printjournalistin und Podcasterin – da liegt ein Podcasting-Buch doch nahe. Innerhalb kürzester Zeit war der Vertrag unterzeichnet, im Juni hielt ich das kleine Buch zum ersten Mal in Händen. Die Idee dahinter: Lust aufs Podcasting machen!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich 2005 den internationalen Podcast-Award in der Kategorie “best non-English podcast” gewonnen habe (eine Kategorie die danach gleich abgeschafft wurde) und 2006 den ersten deutschen Podcast-Award in der Kategorie “Ehrenpreis”, was mir so ein wenig das Gefühl gegeben hat, Johannes Heesters zu sein und den Preis für das (bereits vollendete) Lebenswerk zu bekommen… Aber es war mir eine Ehre! 2009 kam dann noch der European Podcast Award dazu, was mich natürlich sehr freut.

Einladungen trudeln immer wieder bei mir ein, und daraus entstehen interessante Begegnungen. Immer wieder gerne: Gast auf Podiumsdiskussionen. Bislang beispielsweise auf der “Max Creative Class 2005″ von Burda in Hamburg, bei der Deutschen Welle auf der Frankfurter Buchmesse 2006, den Münchner Medientagen, dem 1. Deutschen Podcast-Day in Köln oder der Akademie des Deutschen Buchhandels. Ich habe Workshops gehalten für die ems in Potsdam-Babelsberg vor Journalistik-Studenten des RBB, oder auch für die Studenten an der Münchner Musikhochschule, habe einige Werbeagenturen und Medienschaffende beraten und nicht zuletzt für interessante Firmen wie Behringer oder IKEA eigene Podcasts oder kurze MP3-Downloads erstellt. Neuerdings doziere ich auch an der Deutschen Journalistenschule in München, eine große Ehre!

Mittlerweile habe ich Fuß gefasst und endlich ein Themengebiet als Journalistin, in dem man mich als “Expertin” gerne einsetzt: Neue Medien und Internet. Ich beackere diese Themen regelmäßig für SWR2, und auch beim BR habe ich endlich eine Heimat gefunden: den Zündfunk. Ansonsten sind Beiträge von mir untergeschlüpft im Bayern2 Notizbuch und in der Bayern2 RadioWelt, Wiederholungen liefen im B5 Computermagazin.

Seit 2008 nun schreibe ich auch endlich wieder, nach drei Jahren Audio-Arbeit. Die Münchner Abendzeitung zeigt sich bislang sehr aufgeschlossen für meine Themenvorschläge, ich hoffe, das bleibt so! Und auch im Video war ich regelmäßig zu sehen, auf der Holtzbrinck-Seite zoomer.de. Mittlerweile ist mein eigener Videopodcast gestartet, zu finden unter ersatz.tv.

Der wohl bislang coolste Job war für mich, dass ich zwei Wochen lang jeden Tag zwei Liter Volvic trinken sollte, und darüber bloggen. Hat richtig Spaß gemacht! Das Ergebnis sieht man noch im Internet.

Wie geht es weiter? Keine Ahnung. Aber ich freue mich darauf und habe tausend Ideen, was ich noch gerne machen würde…

Das hier hab ich schon gemacht:

Noch mehr Lust zu Schmökern? Hier geht es weiter:

So sieht das SiM-Setup heute aus und so podcastet man!

Weiterschmökern: