Für immer Juli!

schlaflos Lần cập nhật cuối: 31 Tháng Bảy, 2022

Es ist so eine Sache, wenn Bekannte Bücher schreiben. Erst ist da so ein komischer Stolz: Ha, den kenn ich, der da auf dem Einband steht. Dann kommt natürlich der Neid dazu: Ich hätte auch gern ein Buch geschrieben, und DER hat jetzt eins. Pah. Und als Drittes kommt die Neugier. Die Neugier auf das Buch an sich. Also beginnt man zu lesen. Und während des Lesens kann man nicht anders als sich ständig zu fragen: Was davon ist fiktiv, was nicht? Man sieht Parallelen, vielleicht auch dort wo gar keine sind.
Warum ich das jetzt erzähle? Weil Bernhard Blöchl ein Buch geschrieben hat. Einen Roman. Bernhard war mal mein Kollege, wir sind der gleiche Jahrgang (1976, yeah!) und ich fand ihn immer nett. Ich glaube, das darf ich jetzt sagen, ich glaube, Bernhard gehört zu den Männern, die „nett“ nicht als Schimpfwort sehen. Oder? Nun gut. Viel weiß ich nicht über ihn. Seine Frau kenne ich ein wenig besser. Und seine Katze. Aber das tut nichts zur Sache…

cover

Bernhard hat also das Buch „Für immer Juli“ geschrieben, und ich habe es dieses Wochenende zu Ende gelesen. Es geht um einen Mann namens Julian, kurz Juli. Dieser Juli ist ein Softie. Ein Frauenversteher, Warmduscher – wie man es auch immer nennen möchte. Und als Juli von seiner Emma für einen Macho verlassen wird, beschließt er, jetzt auch zum Arschloch zu mutieren. Weil wir Frauen das doch wollen. Was noch? Ach ja: Juli ist Journalist, arbeitet bei einer Musikzeitschrift. Daher einige Song-Anleihen, erinnert ein wenig an High Fidelity.
Mein Fazit? Ich habe es gerne gelesen. Ich habe mich am Anfang etwas schwer getan, reinzukommen. Weil ich es überladen fand, stilistisch. Vor allem die Figur „Slash“, der beste Kumpel von Juli, hat mir nicht gefallen. Zu künstlich, zu „geschrieben“. Sorry, Bernhard. Aber der verschwindet ja dann zum Glück – und schon fand ich es wunderbar.
Allerdings hat sich mir immer mehr der Eindruck aufgedrängt, dass ich nicht die Zielgruppe bin. Es ist ein Männerroman. Oder? Denn ich habe plötzlich gemerkt, dass ich mich mit der Figur Nadeschda (mehr verrate ich jetzt nicht) verbünde und gar nicht okay finde, wie mit ihr umgegangen wird. Ich habe mich innerlich entrüstet, dass die „Arschlochnummer“ dann wirklich bei uns Frauen funktionieren soll. Das Ende der Geschichte – das ich hier natürlich nicht verrate – hat mich wieder versöhnt. Einigermaßen. Was bleibt ist ein schöner Nachgeschmack. Ich bereue nichts. Ich habe es gern gelesen. Und ich wünsche mir, dass Ihr es auch lest und Bernhard in die Bestsellerlisten katapultiert – da gehört er mehr hin als ein Tommy Jaud. Und dann treffen wir uns hier wieder und diskutieren hier über das Buch und über das Frauenbild und das Männerbild und überhaupt. Einverstanden? Es bleibt ein: Bravo, Bernhard.

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